Der Sommer ist die Jahreszeit, in der wir der Alltagswelt am weitesten entfliehen können (und wollen). Als ich ein Kind war, fühlten sich die großen Ferien endlos lange an, die Zeit schien stillzustehen, ich selbst rückte in den Mittelpunkt der Welt. Das Wort »Urlaub« kommt von Erlaubnis. Der Erlaubnis, fortzugehen, von Pflichten befreit sich dem Eigenen, vielleicht dem Eigentlichen zuwenden zu können.

Dass »Sommer« mehr bedeutet als ein Abschnitt im Kalender oder eine bestimmte Wetterlage drückte Daniel Dickopf von den Wise Guys so aus („Jetzt ist Sommer“, auf Youtube nachzuhören):

Jetzt ist Sommer, egal ob man schwitzt oder friert,
Sommer ist, was in deinem Kopf passiert.
Es ist Sommer, ich hab das klar gemacht:
Sommer ist wenn man trotzdem lacht.

Oder stimmungsvoller:

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht's nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle ..
Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer
Dann wünsche deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.
(Erich Kästner, aus: "Der August")

Pick dir einen Sommer heraus, den du erlebt hast, einen Kindheits-, Jugend- oder Erwachsenensommer. Suche dir einen Ort darin aus, am Strand, in den Bergen oder zu Hause, auf Balkon oder im Garten. Wie hat es sich angefühlt, dort zu sein, damals Zeit zu haben? Warst du allein, zu zweit, mit vielen zusammen?


Schreibidee #106: Schreibe die Geschichte eines Sommers.


[Wie immer fände ich es schön, wenn du deinen Text zu dieser Schreibidee unten in die Kommentarbox kopieren und hochladen würdest. Damit gibst du zugleich dein Einverständnis für die Veröffentlichung auf diesen Internetseiten. Gerne kannst du dafür auch ein Pseudonym oder nur deinen Vornamen angeben.]