Lieblingsfahrrad

#15 — Eine Liste von Lieblingsdingen

Listen dienen nicht nur wunderbar dem Zeitmanagement oder der Arbeitsorganisation, sie können uns auch biografisch auf die Sprünge helfen. Eine Liste von Dingen, die Sie gerne mögen, ist eine einfache Art von Selbst-Porträt. Einfach, weil Sie weder entscheiden müssen, was vorne steht (es geht nicht um eine Rangfolge) noch wie das eine mit dem anderen zusammenhängt.

Der Journalist Stefan Mesch hat eine solche Liste zusammengestellt. Bertolt Brecht verwendete das Listen-Prinzip für ein Gedicht, »Vergnügungen«, das ausgesprochen häufig für Schreibimpulse verwendet wird (hier zum Beispiel von Gudrun Schulz).

Eine Liste von Dingen, die Sie hassen, ist wohl ebenso charakteristisch für Sie, macht aber vermutlich weniger Spaß. Doch wenn Sie gerade in der Stimmung sein sollten …

Schreibidee #15: Schreiben Sie eine Liste Ihrer Lieblingsdinge mit mindestens 25 Einträgen.

1. Hinweis: Mit »Dingen« sind nicht nur Gegenstände oder Sachen gemeint, sondern ganz allgemein alles, was einem im Leben begegnen kann.
2. Hinweis: In einem zweiten Schritt können Sie, ausgehend von Ihrer Liste, einen kurzen Text schreiben, worin Sie auf einige der Listeneinträge genauer eingehen und sich damit porträtieren. Titel: »Was ich liebe«.

[Wie immer fände ich es toll, wenn Sie Ihren Text zu dieser Schreibidee unten in die Kommentarbox kopieren würden. Damit geben Sie zugleich Ihr Einverständnis für die Veröffentlichung auf diesen Internetseiten. Ich wünsche Ihnen viele Leser — und reichlich hilfreiches Feedback.]

3 Kommentare zu “#15 — Eine Liste von Lieblingsdingen

  1. Anneliese Wohn

    Meine Liste von Lieblingsdingen 2018

    das Meer am Morgen
    ein Glas Wein (oder zwei) im Kreis von Freunden/-innen
    der Sonnenaufgang
    ein gutes Buch
    Spaziergänge, allein oder mit anderen
    Schreiben mit dem Füller
    Tatort
    Gedichte
    das Meer am Mittag
    der Wald nach einem Regenguss
    einen Cappuccino in der Sonne
    Peters Sauerbraten
    Kerzenlicht
    Besuch im Museum
    Himmelsblicke
    mein blauer Sessel
    Sonntagsfrühstück
    tagträumen
    gute Gespräche
    Italien
    meine Freundinnen und Freunde
    Deine Küsse in meinem Nacken
    den Frühling
    Sonnenuntergänge
    blumige Sommerwiesen
    das Meer am Abend

    • Stefan Kappner

      Liebe Frau Wohn,
      vielen Dank für Ihren Beitrag.

      Im Kommentar zu Ihrer Liste haben Sie geschrieben: „Das ist ja ganz schön intim. Ein paar Dinge habe ich wieder gestrichen, weil sie mir zu persönlich waren.“
      Ja, ein Selbstporträt ist immer noch etwas intimer als ein Porträt, so scheint mir. Es zeigt ja nicht nur, wie man ist, sondern auch wie man sich selbst sieht, ein bisschen also wie man sein möchte. Noch ganz abgesehen von „intimen“ Informationen.

      Der Kommentar gibt mir auch eine Gelegenheit, etwas zum Thema „Veröffentlichung“ zu schreiben. Denn um eine Veröffentlichung handelt es sich natürlich (auch wenn die Zugriffszahlen bislang noch nicht so riesig sind 🙂 Das Schreiben und das Veröffentlichen sind zwei paar Schuhe. Während man beim Schreiben gut beraten ist, erst einmal alles zuzulassen, sollte man das Geschriebene vorm Veröffentlichen auch kritisch lesen und betrachten.
      Schriftsteller wir Emmanual Carrère oder Karl Ove Knausgard zeigen, wie weit man bei der Veröffentlichung gehen kann und welche Wirkung das erzielt. Das ist sehr lehrreich — aber nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen.

  2. Anneliese Wohn

    Übrigens: Ich habe vor einiger Zeit von Hans-Josef Ortheil das Buch gelesen: Was ich liebe und was nicht. Ich weiß nicht, ob er zuvor eine solche Liste gemacht hat, aber ich könnte es mir vorstellen. Besonders ist mir seine Beschreibung von Frühstückbuffets in Erinnerung geblieben, die zu den Sachen gehören, die er nicht mag. Mir geht es genauso.

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