#74 — Déjà-vu

Doppelt

Dieser geheimnisvolle Moment, der sich so anfühlt, als hätte man ihn schon einmal erlebt. Nicht im Café um die Ecke, sondern in jener Bar in New York, in der man noch nie gewesen war. Noch nie gewesen sein kann. Doch plötzlich fühlt man sich, als wäre all das schon einmal passiert — die sanfte Hintergrundmusik, das Lachen der Gäste am Nebentisch, wie das letzte Tageslicht vorne durchs Fenster fällt — und ein Schauer läuft den Rücken hinab.

Manche nehmen’s nüchtern: als kleine Fehlprogrammierung im System unseres Gedächtnisses, das Vergangenheit und Gegenwart Mist fehlerfrei auseinanderhält. Andere denken an Wiedergeburt und sehen sich als Prinzessin oder Seeräuber vor ungezählten Tagen. Vielleicht war man aber auch nur ein Glühwürmchen, das sich an die Tropennacht erinnert.

Im übertragenen Sinn erleben wir das Déjà-vu oft in den Routinen des Alltags. Hat der Kollege gestern nicht den gleichen Witz erzählt? Wie oft schob ich schon die Mülltonne aus dem Hausflur? Wie oft sah ich diese Schreckens-Bilder im TV? „Murmeltiertag“, sagt man auch dazu. Ein letztlich wohliges Gefühl von Vertrautheit? Oder Grund, endlich aus allem auszubrechen und die gewohnten Bahnen zu verlassen?


Schreibidee #74: Schreiben Sie von einem Déjà-vu.


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