# 8 — Veränderung

In den Bach steigen (und ihn festhalten)

Es gibt unvermeidbare Veränderungen — wie das Älterwerden, unerwartete Veränderungen und solche, die wir selbst herbeiführen. Schleichend oder plötzlich, meistens unumkehrbar.

Ganz eigentlich besteht das Leben aus Veränderungen: »Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen«, schrieb Heraklit. Eine Geschichte ergibt sich, wenn man eine Veränderung aus dem ständigen Fließen herauspräpariert und das Vorher (Anfang), den Prozess der Veränderung (Mitte, Höhepunkt der Geschichte) und das Danach (Ende) im Zusammenhang darstellt.

Schreibidee #8: Schreiben Sie die Geschichte einer Veränderung. Beschreiben Sie zuerst den Zustand davor, dann den Moment oder den Prozess der Veränderung, schließlich das Ergebnis. Vergleichen Sie, zuletzt, dieses Ergebnis mit den Wünschen oder Erwartungen, die Sie hatten, bevor die Veränderung eintrat.

Hinweis: Ihr Text wird umso lebendiger und interessanter, je ferner Sie sich von Allgemeinplätzen halten. Schreiben Sie möglichst konkret.

[Wie immer fände ich es toll, wenn Sie Ihren Text zu dieser Schreibidee unten in die Kommentarbox kopieren würden. Damit geben Sie zugleich Ihr Einverständnis für die Veröffentlichung auf diesen Internetseiten. Ich wünsche Ihnen viele Leser — und reichlich hilfreiches Feedback.]

3 Kommentare

  1. Christiane Tilse

    Meine Wörter (21.1.2020)
    Schon länger habe ich die Befürchtung, dass mich meine Wörter verlassen. Wahrscheinlich langweilen sie sich, weil sie nicht mehr so oft gebraucht werden. Kein Wunder, wer fühlt sich schon gerne überflüssig. Aber – sie sind meine ständigen Begleiter, mit ihrer Hilfe erkläre ich mir die Welt. Ich brauche sie. Also möchte ich ihnen zeigen, wie wichtig sie mir sind, ihnen ein Zuhause bieten, in dem sie sich geschätzt und wichtig fühlen. Ich weiß auch schon, wie und hoffe, das wird ihnen gefallen.
    Die Welt ist voller verhinderter Genies. Kleine Rubinsteins und kleine van Goghs versuchen sich an Beethoven, imitieren Kokoschka. Es macht ihnen Spaß und sei ihnen gegönnt. Mit den Schreiberlingen, den heimlichen Hesses und Jandls ist es ein bisschen anders. Da sollte man auf etwas gefasst sein. Sitzen scheinbar harmlos in Cafés und Museen mit unauffällig gespitzten Ohren und offenen Augen. Sie sehen dich – be-ob-ach-ten dich. Und ehe du dich‘s versiehst, steckst du mitten in ihrem Text. Eingefangen zwischen schwarz und weiß. Du – oder ein Bratwurstduft – oder ein Blätterrauschen. Nehmen alles wahr, um es zu bewahren. Die Listigen. Haben dich schreibend verewigt, die Dinge vor dem Vergessen-werden gerettet. Zu ihnen möcht ich gehören, beim Schreiben mein Leben sortieren, den Dingen nachspüren. Wörter, was sagt ihr dazu? Lasst uns gemeinsam auf die Reise gehen. Es gibt viel zu entdecken.

    • Stefan Kappner

      Alle Achtung, welch beeindruckende (Selbst-)Motivation zum Schreiben. Die Wörter mögen Sie offensichtlich noch 🙂
      Nur das Wort „Schreiberling“ gefällt mir nicht so ganz, es wurde ursprünglich als Schimpfwort für Journalisten benutzt, und hat noch immer diesen abwertenden Unterton. Wie wäre es mit dem verniedlichenden „Schreiberlein“?

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