#84 — Hartnäckig

Ein längerer autobiografischer Text ist wie ein Marathonlauf ...

Ein längerer autobiografischer Text verlangt Hartnäckigkeit. Vor allem von Schreibanfängern. Alles andere lässt sich lernen. Doch eine gewisse Hartnäckigkeit sollte man mitbringen, wenn man sich ein oder zwei Jahre lang (oder länger) schreibend mit dem eigenen Leben beschäftigen möchte.

Naturgemäß entwickelt sich der Wunsch, die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen schriftlich weiterzugeben, oft erst spät. Sehr häufig bei Menschen, die ihr aktives Berufsleben gerade abgeschlossen haben. Viele von ihnen haben keine größeren Schreiberfahrungen, und können nur schwer einschätzen, was es heißt, einen Text von mehr als hundert Seiten zu verfassen.

Darum kommt es häufig zu Rückschlägen. Manche schreiben in einem Rutsch durch und werden sich — wie beim Bau des ersten Hauses — erst am Ende bewusst, wie sie eigentlich hätten vorgehen sollen. Darum plädiere ich für Geduld und Vorübungen. Andere schreiben mit Spaß kürzere Texte, es gelingt Ihnen aber nicht, sie zu einem Ganzen zusammenzufügen. Hier kann es helfen, viel zu lesen, um sich über den Formenreichtum zu informieren, die ein autobiografischer Text aufweisen kann (mehr dazu z.B. in meiner Rezension von Günter Waldmanns Buch). Doch auch das braucht Zeit.

Wer Marathon laufen wolle, müsse vor allem konsequent und hartnäckig trainieren — so erzählen es mir Menschen, die schon einen oder mehrere hinter sich haben. Besonderes Talent oder »Inspiration« sei nicht vonnöten. Und genauso ist es bei längeren autobiografischen Texten oder Büchern.

In der Biografiearbeit geht es unter anderem darum, aus vergangenen Erfolgen Mut für das zu schöpfen, was vor einem liegt. Das lässt sich auch hier anwenden. Darum diese Schreibidee.


Schreibidee #84: Wann hast du einmal besondere Hartnäckigkeit bewiesen? Erzähle davon.


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