Hände waschen – Hände waschen !

von Christa Hengsbach

„Händewaschen, Händewaschen muss ein jedes Kind! Dann müssen wir sie schütteln, schütteln, schütteln, schütteln, dann müssen wir sie schütteln, bis dass sie trocken sind!“

Kennt Ihr diese Kinderlied?
Jeden Morgen , so gegen 10 Uhr sitze ich in Zeiten von Corona mit meinem Smartphone am Esszimmertisch und schüttele vor dem Display meines Smartphones meine rechte Hand. Auf der anderen Seite meine kleine Enkelin, eineinhalb Jahre alt, schüttelt energisch ihre Händchen „bis dass sie trocken sind!“

Wir skypen. Hätte ich mir jemals vor ein paar Wochen träumen lassen, dass ich nur noch über Smartphone mit meiner geliebten kleinen Enkelin kommunizieren sollte?
Warum? Damit sie nicht mich, ihre Omi, ansteckt, aber ich auch nicht sie. Wir haben eine Kontaktsperre. Ich darf sie nicht mehr live treffen. Das tut weh! Es geht etwas verloren, was für mich nun schon über ein Jahr eine so schöne Lebensbereicherung ist!

Meine erste Enkelin! Nach fast 30 Jahren, seit der Geburt meines Sohnes, wieder ein kleines Baby in der Familie! Ich gebe zu, ich tat mich am Anfang schwer, hatte ich doch so viel vergessen von den Babyjahren meiner eigenen Kinder! Wie halten, wie wickeln, Fläschchen geben, ins Bett bringen? Das ganze Handling mit dem Kinderwagen, beim Einkaufen, in Bus und Straßenbahn: Alles musste ich erst wieder lernen. Was gut funktionierte, war die Ansprache in der Babysprache und dann über Worte, die ich nun tausendmal wiederhole, über Lieder, die wir immer wieder singen oder ich ihr vorsinge, über Bücher, die wir anschauen, über Spielsachen, die immer wieder zum Einsatz kommen.


Und wie geht das nun in Zeiten von Corona, mit Skypen? Kein Buch, kein Spielzeug, kein Essen kann ich ihr geben, kein Baden, kein Wickeln, kein Schmusen. Unser Kontakt ist aufs Wenigste reduziert.

Wenn Lena mich sieht auf dem Display des Smartphones, leuchten ihre Augen: „Omi, Omi!“
„Hallo, Lena!“
„Bussi, bussi!“ und wir küssen gemeinsam auf das Display!
Und immer wieder enden unsere vielen Ein-Wort-Gespräche mit unserem Lied:
„Dann müssen wir sie schütteln … bis dass sie trocken sind!“
Und dazu bewegt sich Lena rhythmisch hin und her.

Wie gut, dass das Lied uns schon vor der Corona-Krise verband. Sie wäscht sich gerne die Hände, was ja jetzt so wichtig ist! Aber von dieser Krise bekommt die kleine Maus nichts mit. Außer das Mama und Papa jetzt viel zuhause sind, und das ist gut so!
Und warum müssen in unserem Lied die Hände geschüttelt werden nach dem Hände waschen? Weil kein Handtuch da ist!

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