Schlagwort: Kinder-Perspektive

#12 — Kindheitsperspektiven

Kinder-Perspektiven

Über die eigene Kindheit lässt sich auf vielerlei Weisen schreiben. Zum Beispiel kann man ganz unterschiedliche Perspektiven wählen. Der Autor oder die Autorin kann aus seiner gegenwärtigen Sicht schreiben und alles Wissen und Können heranziehen, das er seit seiner Kindheit erworben hat, seine Kenntnis der Familiengeschichte, der Psychologie oder der historischen Umstände. Oder er/sie versetzt sich so weit wie möglich in das Kind-Ich, das er einmal war, und schreibt aus dessen Perspektive, das heißt so, dass nicht mehr beschrieben und erläutert wird, als es das Kind hätte tun können. Und in seiner kindlichen Sprache. Eine Herausforderung, der man niemals ganz gerecht werden, die aber interessante Einsichten und Tonlagen hervorbringen kann. (Ein Beispiel für die Verwendung der Kinder-Perspektive ist Hugo Hamiltons Buch »Gescheckte Menschen«)

Schreibidee #12: Schreiben Sie über eine Episode ihrer Kindheit aus zwei Perspektiven. Einmal aus der des Kindes, das sie waren, und ein zweites Mal in ihrer heutigen Sprache und mit ihrem heutigen Hintergrundwissen.

Hinweis: Fangen Sie mit einer kleinen, nicht allzu bedeutsamen Episode an, also einer kleinen Geschichte. Lassen Sie die beiden Texte anschließend eine Woche liegen, und überlegen Sie dann, worin die Vor- und Nachteile der jeweiligen Herangehensweise liegen.

[Wie immer fände ich es toll, wenn Sie Ihren Text zu dieser Schreibidee unten in die Kommentarbox kopieren würden. Damit geben Sie zugleich Ihr Einverständnis für die Veröffentlichung auf diesen Internetseiten. Ich wünsche Ihnen viele Leser — und reichlich hilfreiches Feedback.]