Schlagwort: Kunst

#11 — Gang durchs Museum

Monet: Häuser am Ufer der Zaan (1871)

Welche Kunstwerke uns ansprechen, hat sehr viel mit unserer Geschichte, unserer Identität zu tun. Meistens sind es nur wenige Bilder, die uns beim Gang durch ein Museum wirklich berühren. Warum es gerade dieses oder jenes Werk ist, das uns deutlicher anspricht, ist oft nicht klar. Es lohnt sich, ein wenig darüber nachzudenken.

Gerade dafür, zum Nachdenken, eignen sich Museen wunderbar (zum Beispiel das Städel Museum in Frankfurt, in dem das Gemälde Häuser am Ufer der Zaan von Claude Monet hängt, das ich als Illustration dieses Schreibimpulses ausgewählt habe). Wer nicht durch ein richtiges Museum gehen kann oder möchte, dem empfehle ich das Google Arts Project. Klicken Sie sich einfach von der Übersicht bis zu einem Bild, das Sie fasziniert.

Schreibidee #11: Beschreiben Sie ein Gemälde (oder eine Skulptur, eine Installation), die Sie besonders anspricht. Überlegen Sie, woran das liegen mag. Suchen Sie nach Anhaltspunkten dafür in Ihrer Biografie und erläutern Sie sie mit einer Geschichte.

Hinweis: Begnügen Sie sich nicht mit simplen Geschmacksurteilen wie: »Grün war schon immer meine Lieblingsfarbe«. Auch Ihr Geschmack hat sich gebildet, unterlag Einflüssen und Entwicklungen. Viele unsere Lebensentscheidungen haben etwas damit zu tun, was wir schön finden und was nicht.

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#7 — Lieblingslied

Plattenspieler

Vor einiger Zeit warb der dritte Radiosender des hessischen Rundfunks, hr3, damit, der Sender der »Lieblingssongs« zu sein. Hörer erzählten von den (zumeist romantischen) Geschichten, die sie mit den Liedern verbinden. Auf der Website von hr3 konnte man sich sein eigenes Lieblingslied wünschen. Dort wurde man gefragt: »Warum möchten Sie dieses Lied hören? (›Is cool‹ oder ›Weil ich es toll finde‹ reicht uns nicht. Etwas ausführlicher darf es schon sein! Songs mit einer guten Geschichte haben größere Chancen gespielt zu werden als die, bei denen nur ›Is cool‹ dabei steht.)«

Der Grund für ein Lieblingslied kann in einem äußeren oder einem inneren Zusammenhang liegen. Entweder etwas Schönes, Erinnerungswürdiges ist passiert — und gleichzeitig lief dieses Lied im Radio oder auf dem Plattenspieler, was uns seither und für immer an jenes Ereignis erinnert. Darum hören wir es auch immer wieder gern. Oder die Schönheit des Liedes selbst zieht uns an. Bei mir ist es meistens der Text, der den Unterschied macht — bei anderen ist es die Melodie oder der Stil, der Sound.

In seinem Lied »Lieder« singt Adel Tawil eine ganze Litanei seiner Lieblingslieder herunter (die man erst erraten muss, weil er den englischen Titel ins Deutsche überträgt), eine Kostprobe:

Und ich singe diese Lieder
Tanz' mit Tränen in den Augen (Lied: »Dancing with tears in my eyes« von Ultravox)
Bowie war für'n Tag mein Held (»Heroes« von David Bowie)
Und EMF kann es nich' glauben (»Unbelievable« von EMF)
Und ich steh' im lila Regen (»Purple Rain« von Prince)
Ich will ein Feuerstarter sein (»Firestarter« von Prodigy)
Whitney wird mich immer lieben (»I will always love you« von Whitney Housten)
Und Michael lässt mich nich' allein (»You are not alone« von Michael Jackson)

Zusammen ergibt das eine ganze musikalische Biografie — wenn die einzelnen Lieder auch etwas zu kurz kommen.

Schreibidee #7: Schreiben Sie die Geschichte eines Ihrer Lieblingslieder (oder Ihrer Lieblingsmusik). Es muss keine romantische Geschichte sein. Vielleicht ist es die Geschichte einer Entdeckung oder einer Erkenntnis (»Erleuchtung« durch Text oder Musik), die Geschichte einer Reise, einer Begegnung, einer bestimmten Zeit und ihrer Ideen …

Hinweis: Bleiben Sie so nahe wie möglich an dem, was konkret passierte. Widerstehen Sie der Versuchung, das Lied oder einen bestimmten Musikstil über andere Stile zu setzen oder es musikalisch zu verteidigen. Es geht nicht in erster Linie um den künstlerischen Wert des Musikstücks, sondern um die Bedeutung, die es in Ihrem Leben hatte oder hat.

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