Widersprüche

von Christa Hengsbach

Einen schönen Sonntag, in dieser merkwürdigen Zeit!

Unsere Gärten werden dieses Jahr die schönsten sein, die Wohnungen blitzen, noch nie so gut gekocht, so viel ferngesehen, tolle Filme, telefoniert, geskyped, Zoom-Telcos mit und ohne Bild, den Computer benutzt für e-mails, facebook und Instagram, und was sonst noch.

Einige sagen: Eine gute Zeit, konzentriert, kreativ, sportlich, endlich mal Zeit für Liegengebliebenes, neue Projekte entwickeln. Wir sind ja noch nicht ganz eingeschlossen.

Morgens beschleicht mich ein deprimierendes Gefühl, wenn ich an die Menschen denke, denen es jetzt so viel schlechter geht, den Familien, die in engen Wohnungen aufeinander hocken und den vielen Kranken und ihren Angehörigen, den Obdachlosen, den Flüchtlingen in Moria und außerhalb der vielen Kriegsgebiete.

Und dann sehe ich, wie privilegiert wir sind, in unseren Haüsern und Gärten, mit unseren regelmäßigen Einkommen, den vollen Kühlschränken, den Möglichkeiten für Radtouren in der frühlingshaften Natur, den kreativen Gedanken und Taten — um dieser schrecklichen Krise noch etwas Positives abzugewinnen!

Merkwürdig, ratlos.

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